Wo geht’s nochmals zum Meer?
Das Schild über die Langete am Wuhrplatz weiss es schon lange.
Wir drehen uns aber um 90 Grad und plötzlich ist das Wasser nicht nur Richtung, sondern Zustand. Wir tauchen in zarte Aquarelle, in rauschende Wellen mit ihrer minimalen Sprache. Kalligrafisch geküsste Steine liegen da wie Satzzeichen eines sehr alten Gedichts, auf denen vielleicht einmal griechische Götter sassen – oder einfach barfüssige Kinder mit klebrigen Fingern vom Glacé.
Fische blitzen auf. Manche sehen aus, als hätten sie andere, lustvollere Nebenbeschäftigungen. Andere wirken, als würden sie uns gleich einen philosophischen Rat geben. Nichts ist laut, und doch rauscht es ununterbrochen.
„Sommerverlängerung“ ist eine kleine Revolte gegen das Verblassen. Gegen das Einpacken der Leichtigkeit in Kisten mit der Aufschrift „nächstes Jahr“. Die Arbeiten der Künstler spielen mit dem Flüchtigen: Licht, das fast verschwindet. Wasser, das keine Form behalten will. Linien, die so reduziert sind, dass sie uns zwingen, dazwischen abzutauchen.
Wer sich einlässt, hört, liest, atmet Sommer, der nie enden will.

SO – 06. SEP 2026:
Vernissage mit Apero, Buchvorstellung und Lesung.
Öffnungszeiten:
Mittwoch 15:00–18:00
Freitag 18:00–20:00
Samstag 14:00–17:00




